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20.02.06

Dieser Eintrag sollte eine kurze Einführung in die Befehle vom LaTeX geben. Ich konzentriere mich absichtlich aufs überlebenswichtige und lasse den Schnickschnack beiseite. Wer's genauer haben will: eine (nicht so) kurze Einführung in Latex oder die beste Befehlsreferenz die ich je gefunden habe.

Latex
ignoriert
einzelne
Zeilenumbrüche.
Wenn Text so wie oben gestaltet ist, so macht das gar keinen Unterschied zu normalen Fliesstext ohne Zeilenumbrüche. Um einen neuen Abschnitt zu beginnen, muss man eine Leerzeile lassen.

Latexbefehle beginnen immer mit \ backslash. Sonderzeichen, die man im Fliesstext meiden sollte:
  • % - Mit dem Prozentzeichen wird der restliche Text auf der Zeile als Kommentar interpretiert; für ein Prozentzeichen im Text muss ein Backslash vornedran \%
  • " - Gänsefüsschen ergeben wenn möglich ein Trema (auch genannt Umlaut) ¨ auf dem nachfolgenden Buchstaben; am besten durch einzelne Hochkomman bzw. Apostroph '' ersetzen (für Einleitende Anführungszeichen hingegen einfach zwei Kommas ,, hintereinander setzen)
  • ^ - Circumflex ergibt hochgestellten Text, \^ ergibt ein Circumflex auf dem nachfolgenden Buchstaben, und \^{} ergibt ein Circumflex solo
  • _ - Tiefer Strich oder Underscore ergibt tiefgestellten Text, also das Underscore mit einem Backslash escapen: \_
  • {} - Geschweifte Klammern müssen auch mit einem Backslash zusammen geschrieben werden: \{ und \}
  • \ - Der Backslash wird mit dem Befehl \backslash erzeugt; ein doppelter Backslash \\ im Text ergibt einen manuellen Zeilenumbruch
  • ~ - Eine Tilde (ja so heisst die Schlangenlinie richtig) gibt einen non-breaking space, zu deutsch geschützter Leerschlag; Nützlich ist die tilde, wenn man zwischen Wörtern eine Zeilenumbruch verhindern will

Titel werden nach ihrer Hierarchiestufe benannt:
\section{Kapitel erster Ebene}
\subsection{Kapitel zweiter Ebene}
\subsubsection{Kapitel dritter Ebene}
1 Kapitel erster Ebene
1.1 Kapitel zweiter Ebene
1.1.1 Kapitel dritter Ebene

Textformatierungen umschliessen den zu formatierenden Text: \textit{dieser Text soll kursiv werden.} Eine Übersicht der Textformatierungen hier:
  • \textit{} - kursiv ("italic")
  • \textbf{} - fett ("bold font")
  • \textsc{} - kapitälchen ("small capitals")
  • \textsf{} - schnörkelfreie Schrift ("sans serif")

Vertikale Abstände können mit folgenden Befehlen erzeugt werden:
  • \smallskip - gibt einen kleinen Abstand
  • \bigskip - ein etwas grösserer Abstand
  • \vspace{1cm} - gibt einen Abstand von 1cm
  • \pagebreak - erzeugt einen Seitenumbruch

Und ein nicht zu unterschätzenden Befehl für Fussnoten: \footnote{BFS 1995, S. 51.}. Das erzeugt eine übliche Fussnote mit hochgestellter, fortlaufender Nummerierung und dem Text unten an der Seite.

Diese Befehle oben waren die allgemein gültigen für Latex. Ich habe noch ein zwei Befehle programmiert, um das Leben der Juristen zu vereinfachen:
  • \materialsection - erzeugt wie \section ein Kapitel, jedoch ohne arabische Nummerierung. Speziell gedacht für die Materialien wie Literatur- oder Abkürzungsverzeichnis.
  • \definition{Abk.}{Abkürzung} - erzeugt einheitliche Einträge im Abkürzungsverzeichnis.

Update 30.03: Kurze Beschreibung für Einleitenden Anführungszeichen und Tilde hinzugefüght.

15.02.06

Meine Freundin studiert Recht im ersten Semester an der Universität Fribourg (auch genannt Freiburg im Üechtland). Und wie alle anderen Erstjahresstudenten muss sie die Propädeutische Seminararbeit als erste juristische Arbeit schreiben.

Um ihr das Schreiben zu erleichtern, damit sie sich ganz auf den Inhalt und nicht auf die Form konzentrieren kann, habe ich vorgeschlagen, dass sie die Arbeit nicht mit Word, sondern mit LaTeX (gesprochen "latech") schreibt.
(Ausserdem sehen Arbeiten mit LaTeX einfach schöner aus!)

LaTeX ist keine Textverarbeitung wie Word, denn es ist nicht WYSIWYG - man schreibt zum Beispiel die Formatierung, die man will, einfach mitten in den Text. Auf den ersten Blick mag das voll übel klingen, doch man gewöhnt sich schnell daran.

Eine Einführung in LaTeX und wie man LaTeX auf Windows installiert, das findet sich auf der Seite von Tobias Erbsland "Diplomarbeit mit LaTeX". Für Besitzer eines richtigen Computers empfehle ich Latex via i-installer und TeXShop als Editor.

Die Formatvorlage, die ich angefertigt habe, um die sehr speziellen Vorgaben für Juristen zu respektieren, sieht mittlerweile so aus: seminar.pdf. Als Beispieltext habe ich die Probearbeit in Strafrecht von Angela-Livia Nydegger genommen. Einen Blick auf den Quelltext kann man hier werfen: seminar.tex.

Die Vorlage ist momentan noch in Bearbeitung. Wer sich für eine ganz kurze Einführung in Latex interessiert, der schaue sich den nächsten Blogeintrag an.


Et encore brièvement pour les juristes francophones:

Je suis en train dem mettre en place un modèle pour les travails de seminaire en droit. Le document n'est pas basé Word mais LaTeX (prononcé "latéque"). Latex est un système qui n'est pas what you see is what you get mais on écrit une sorte de code.

Qui est interessé de utiliser Latex sur Windows, je conseille de installer Latex à l'aide de MiKTeX et utiliser l'editeur TeXnicCenter de toolscenter.org. Pour ceux qui travaillent avec un vrai ordinateur je conseille d'installer Latex avec i-installer et comme editeur TeXShop.

Le modèle que j'ai préparé: seminar.pdf. Pour ceux qui veulent voir le code de source: seminar.tex.

Dans les jours qui viennent je vais donner plus d'explications comment utiliser Latex.

8.02.06

Gegen Ende des letzten Monates ging eine Welle der Entrüstung durch die Geek-News-Welt: deutsche Flatrate-Anbieter, sprich ADSL Provider halten nicht, was sie versprechen. Power-Usern wird eine Abfindung im Gegenzug zu einer Kündigung des Abonnements angeboten.

(Wer es verpasst hat kann es auf der Seite des "wichtigsten deutschen Business-Blogs", meines Lieblings-nicht-Mac-News-Lieferanten, nachlesen.)

In der Schweiz ist mir noch nichts dergleichen zu Ohren gekommen, die Flatrate-Anbieter verhalten sich offenbar noch korrekt, auch gegenüber Vielsaugern. Zumindest was das verbrauchte Datenvolumen betrifft – bei der Bandbreite sieht es hingegen anders aus: Es gibt bei cablecom keine Garantie, dass die bezahlte Bandbreite auch tatsächlich genutzt werden kann. Wenn einer zuviel surft bzw. downloadet, wird ihm kurzerhand die Leitung geschmälert.

Auszüge aus den "Besonderen Bestimmungen für cablecom communications services", Ziffer 6 "Fair Use":
  • Der Kunde darf durch die Nutzung seiner Internetanknüpfung andere Nutzer nicht beeinträchtigen, hindern oder einschränken.
    Wie bitte? Lese ich richtig? Das dürfte doch gar nicht möglich sein!
  • Cablecom behält sich vor, bei Vorliegen einer Gefährdung des störungsfreien Betriebs des Zugangsnetzes eine vorübergehende Reduktion der jeweils vertraglich festgelegten Werte für den Up- und/oder Downstream zu veranlassen.
    Wie lange dauert eine "Vorübergehende Reduktion"? Wird dem Kunden das nicht mitgeteilt?

Ein kurzer Quervergleich mit den Nutzungsbedingungen der beiden anderen grossen ADSL-Anbieter Swisscom/Bluewin und Sunrise ergab nach einem kurzen überfliegen nichts dergleichen.

Wahrscheinlich gehöre ich auch mittlerweile zu den älteren Semestern, aber ich kann mich noch erinnern, als cablecom die Breitbandangebote eingeführt haben. Ihr grosses Marketingargument war: "Das Netz wird nie überlastet sein, denn wir stellen pro Abonnent die doppelte Bandbreite zur Verfügung, also wird immer mindestens die Hälfte der Kapazität ungenutzt sein."

Fazit? Solche Bestimmungen wie diejenigen der cablecom sollte man eigentlich aus Prinzip ablehnen. Doch das Problem ist, dass sie momentan konkurrenzlos günstig sind im oberen Preissegment. Ich muss mal schauen, was die Verbraucherschutzorganisationen dazu sagen…