Gedankenversunken blicke ich auf den Haufen feuchter, zerknitterter Kleider im Korb. Ich denke an meine Ex. Wie alles begonnen hat, wie sich gesträubt hat, wie wir uns missverstanden und fast getrennt hatten... Für eine Zehntelssekunde denke ich, dass wir alles dort in jenem Moment hätten beenden sollen. Aber kaum habe ich es gedacht, kaum ist mir schon klar, wie unsinnig dieser Gedanke ist.
"Ich bereue es nicht. Es war eine gute Zeit, und ich bereue es nicht." Ohne wirklich hinzusehen greife ich nach dem Waschpulver. Mit einer unachtsam-lässigen Bewegung werfe ich den Beutel auf den Wäscheberg, um mich nicht bücken zu müssen. Und, oh Schreck, er fliegt zu weit und das Waschmittel verteilt sich auf dem Boden.
Wie wenn Gott vom Himmel herab meine Gedanken gelesen hatte und mich für die letzte Aussage bestrafen wollte, zucke ich zusammen und denke: "Ich bereue doch! Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil!"
Meine Augen suchen nach rascher Hilfe und bleiben an der Schaufel und dem Wischer hängen. "Bloss weil es nicht die Frau für bis ans Ende meiner Tage ist, heisst es nicht, dass es falsch war."
Wir haben uns geliebt, wir haben viel erlebt, und wir haben viel gelernt in dieser Zeit. Es ist hätte gut gehen können. Es war nicht vorhersehbar. Ich war überzeugt, es würde klappen. Ich habe mich mit ganzem Herzen in die Beziehung hineingegeben – und genau darauf kommt es an. Es gab Zeiten, in denen SIE mir wichtiger war als alles andere im Leben, und es war richtig.
Habe ich denn gar nichts aus dem Ende dieser Liebesgeschichte gelernt? Doch: was ich auch tue, ich will es mit Überzeugung tun. Schlussendlich gibt es kein richtig oder falsch. Aber ich muss überzeugt sein, dass mein Handeln richtig ist.
Voller Überzeugung wische ich das Waschpulver vom Boden auf und leere es sorgfältig in den Beutel zurück...