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14.01.08

limmat quai, zürich by night© Raegi

Winter im vorweihnachtlichen Zürich. Ladenschluss ist vorbei, die letzten Büetzer schleichen durch die Gassen. Die Kälte ist schneidend, die Lichter verbreiten eine heimelige Atmosphäre. Zaghaft greife ich ihre Hand. Ich kenne den Weg nicht, doch sie zieht mich Zielstrebig unter der Urania-Unterführung durch.

Eigentlich bin ich nicht mehr in der Stimmung, noch riesige Umwege zu gehen. Auf direktem Weg zum Bahnhof und dort endlich sitzen hätte mir auch schon gereicht. Anscheinend geht es um die Beleuchtung auf der rechten Limmatseite. Ich bin zu geschafft, um noch irgendwelchen Widerstand zu leisten.

Es ist wunderschön, mit ihr den Quai hinunter zu flanieren. Über die kleine, nicht beleuchtete Brücke geht es wieder Richtung Bahnhof. Das wäre der Moment für einen Kuss. Nur irgendwie geht ein paar Meter hinter uns ein Mann, der mich irritiert. Ich kann mich nicht überwinden, und für kreative Ausreden bin ich zu "düri".

Wie wenn sie meine Unsicherheit gespürt hätte, hält sie inne, und zeigt ins Dunkel hinter den erleuchteten Häusern. Dort, dort hinten im Schatten, dort würde das Haus ihrer Eltern stehen.

Der Mann hinter uns ist vorüber, wir stehen dicht aneinander, der Wind spielt mit ihrem Haar. Langsam näheren sich unsere Lippen. Sie drückt meinen Ellbogen. Die Stadt, die niemals schläft, hält den Atem an.